Therapeutische Bedeutung

Cannabis als Medizin > Therapeutische Bedeutung

Cannabis wurde schon früh in der Geschichte als Heilmittel für eine Vielzahl von Krankheiten entdeckt. Heute verschreiben Ärzte medizinisches Cannabis u.a. als Behandlung für Probleme wie Schlafstörungen, Schmerzen, motorische Störungen und Magen-Darm-Probleme im Zusammenhang mit anderen medizinischen Behandlungen wie Chemotherapien. Unten finden sie eine Liste der Beschwerden die inzwischen erfolgreich mit Cannabis behandelt werden.

Hinweis: Hemply leistet keine medizinische Beratung oder Diagnostik. Die Informationen, die hier präsentiert werden, sind ausschließlich für Informationszwecke ausgelegt und können nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen Arzt ersetzen.

Wie wirkt Cannabis? Das Endocannabinoid-System

Das Endocannabinoid-System ist ein System des Körpers, das viele Grundfunktionen steuert. Es besteht aus natürlichen Molekülen, die als Cannabinoide bezeichnet werden, und Rezeptoren mit denen diese interagieren.

Die beiden Arten von Cannabinoid-Rezeptoren im menschlichen Körper heißen CB1 und CB2. Beide befinden sich am ganzen Körper, aber sind am häufigsten im Gehirn und dem Immunsystem vorzufinden.

CB1-Rezeptoren sind verantwortlich für die psychoaktiven Effekte von Cannabis. Sie sind in vielen Bereichen des Gehirns präsent und spielen eine Rolle in Erinnerung, Stimmung, Schlaf, Appetit und Schmerzempfindung.

CB2-Rezeptoren sind für die entzündungshemmenden Wirkungen von Cannabis verantwortlich. Sie sind vor allem in Immunzellen zu finden und arbeiten um Entzündungen zu reduzieren. Da Entzündungen eine Immunantwort des Körpers sind, treten diese bei vielen Krankheiten als Begleiterscheinung auf.

Da das Endocannabinoid-System mit vielen Grundfunktionen des menschlichen Körpers verbunden ist, wird vermutet, dass es auch Einfluss auf Gedächtnis, Stimmung, Schlaf, Appetit, Schmerz und das Immunsystem hat. Es wirkt sich auch auf eine Reihe von physiologischen Prozessen wie Kreislauf, Energiestoffwechsel und Organfunktionen aus.

Neben der Aufrechterhaltung der Grundfunktionen des Körpers reagiert das Endocannabinoid-System auch auf Krankheiten. Zum Beispiel wurde gezeigt, dass Tumorzellen mehr Cannabinoidrezeptoren generieren als gesunde Zellen. Studien zeigen auch einen Anstieg des Endocannabinoidspiegels bei Patienten mit Erkrankungen wie Arthritis und Parkinson.

Das_Endocannabinoide_System_CB1_und_CB2_Rezeptoren
CB1 & CB2 Rezeptoren des Endocannabinoiden Systems. © Hemply
CB1 Rezeptoren
1. Gehirn
2. Magen-Darm-Trakt
3. Lunge
4. Muskeln
5. Fortpflanzungsorgane
6. Blutkreislauf

 

CB2 Rezeptoren
1. Knochen
2. Haut
3. Gefäßsystem

 

CB1 + CB2 Rezeptoren
1. Knochenmark
2. Immunsystem
3. Leber
4. Pankreas

Der Unterschied von THC & CBD

Die Wirkungen von THC

Die Wirkung von THC (Delta-9-Tedarahydrocannabinol)/Dronabinol ist meist abhängig von der Dosis, der Person und der Verfassung der Person. THC wirkt also nicht auf jeden Mensch und nicht in jeder Situation gleich. So kann es in manchen Fällen Angst auslösen, aber auch Angst lindern, gegen Übelkeit und Erbrechen helfen, aber diese auch auslösen. Die Ursache hierfür ist, neben der physischen Verfassung, das Endocannabinoid-System eines jeden Menschen. Es arbeitet ebenso mit Cannabinoid-ähnlichen Substanzen und beeinflusst dadurch die externe Einnahme von THC in unterschiedlichen Situationen.

THC kann unter anderem folgende Auswirkungen auf den Körper haben:

  • Psyche und Wahrnehmung: Sedierung, leichte Euphorie, gesteigertes Wohlbefinden, Angstzunahme, Angsthemmung, Intensivierung der sinnlichen Wahrnehmung.
  • Denken: Störung des Kurzzeitgedächtnisses und der Aufmerksamkeit, assoziatives Denken, gesteigerte Kreativität. Bei Personen mit einer Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität (ADHS) kann THC die Konzentrationsfähigkeit verbessern.
  • Bewegung: Leichteres oder schwereres Körpergefühl, weiche Knie, Verschlechterung oder Verbesserung der Bewegungskoordination.
  • Nervensystem: Schmerzlinderung, Muskelentspannung, Appetitsteigerung, Übelkeit, Verminderung von Übelkeit und Erbrechen.
  • Körpertemperatur: Senkung oder Steigerung der Körpertemperatur, Fiebersenkung.
  • Herzkreislaufsystem: Zunahme der Herzfrequenz, Erweiterung der Blutgefäße, Blutdruckabfall und eventuell Schwindelgefühl bei plötzlichem Aufstehen, leichte Zunahme des Blutdrucks im Liegen, Hemmung des Zusammenklebens der Blutplättchen.
  • Auge: Rötung der Augenbindehaut, Abnahme des Tränenflusses, Senkung des Augeninnendrucks.
  • Atemwege: Bronchienweitung, verminderte Speichelproduktion und Mundtrockenheit.
  • Magendarmtrakt: Verminderung der Darmbewegungen und verzögerte Entleerung des Magens, Hemmung der Magensäureproduktion.
  • Hormonsystem: Eventuell bei hohen Dosen Beeinflussung verschiedener Hormone. Hemmung der Spermienproduktion.
  • Immunsystem: Entzündungshemmung, antiallergische Wirkung, Hemmung der Immunantwort.
  • Entwicklung von Embryo und Fetus: Eventuell Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit.
  • Genetisches Material und Krebs: Krebshemmende Wirkung, Förderung des programmierten Zelltods von Krebszellen (Apoptose), Hemmung der Blutgefäßneubildung in bösartigen Tumoren.

Die Wirkungen von CBD

Cannabidiol ist das zweithäufigste natürlich vorkommende Cannabinoid nach THC. Aufgrund seiner zahlreichen therapeutischen Eigenschaften gibt es inzwischen aber auch Cannabissorten mit sehr hohem CBD- und verschwindend geringem THC-Anteil. Durch die (wirkung beiderzusammen) von CBD und THC ist CBD auch in einigen in Apotheken erhältlichen Cannabissorten mit hohen Konzentrationen vertreten. Es verursacht keine psychischen Wirkungen und kann in Österreich und der Schweiz legal in Blütenform oder Extraktionen erworben werden. In Deutschland ist CBD nur als Extrakt verfügbar.
Für Cannabidiol kommen unter anderem folgende medizinische Einsatzgebiete in Frage:

Vor- und Nachteile einer Behandlung mit Cannabis

Vorteile

  • In therapeutischen Dosen schadet Cannabis auch nach vielen Jahren der Verwendung nicht den inneren Organen.

 

  • Cannabisprodukte können gut mit den meisten anderen Medikamenten kombiniert werden. Schmerzlindernde Medikamente wie Opiate ergänzen sich sogar mit der Wirkung von THC (Dronabinol), sodass diese oft zusammen vom Arzt verschrieben werden.

 

  • Da Cannabis eine Vielzahl von Wirkungen ausübt, kann so oft für mehrere Symptome einer Krankheit verwendet werden und in einigen Fällen mehrere andere Medikamente ersetzen.  Dazu zählen beispielsweise Blasenfuntkionsstörungen, Muskelspastik, Schlafstörungen und Schmerzen bei multipler Sklerose sowie Appetitlosikeit, Übelkeit, Schmerzen, Depressionen und bei Krebs.

 

  • Cannabis ist, wenn es legal angebaut werden dürfte, ein preiswertes Medikament. Der Selbstanbau von Cannabisprodukten könnte dem Gesundheitswesen Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe einbringen.

Nachteile

  • THC-haltige Cannabisprodukte können noch immer von vielen Patienten aus rechtlichen oder finanziellen Gründen nicht genutzt werden. Der in der Schweiz erhältliche Wirkstoff Dronabinol, der bis dato von einem Arzt verschrieben werden kann, ist leider sehr teuer und wird häufig nicht von den Krankenkassen erstattet.

 

  • THC-haltige Cannabisprodukte werden wegen ihrer akuten psychischen Wirkung häufig nicht gut vertragen. Um unangenehme psychische Nebenwirkungen zu vermeiden sollte mit einer geringen Dosis gestartet werden, und diese erst nach einigen Tagen oder Wochen gesteigert werden.

 

  • Cannabisprodukte können nicht einheitlich Dosiert werden. Die Dosen bei der psychische Nebenwirkungen auftreten, variieren stark von Person zu Person und liegen meistens bei 5 bis 25 Milligram THC pro Tag. Durch den Einfluss des menschlichen Endocannabinoiden Systems kann eine Dosis auch bei ein und derselben Person stets variieren.

Nebenwirkungen & Risiken

Die meisten Menschen nutzen Cannabis um Beschwerden zu lindern, sich zu entspannen oder um ihr Wohlbefinden zu steigern. Da der menschliche Körper auf vielen Organen Rezeptoren besitzt die auf Cannabis reagieren, können auch eine Vielzahl von Nebenwirkungen auftreten. Während fast jeder mit dem plötzlichen Wunsch etwas zu essen vertraut ist, der durch den Cannabis Konsum verursacht wird – gemeinhin als „Munchies” oder „Fress-Flash“ bezeichnet – kann Cannabis auch weniger angenehme Auswirkungen auf Ihren Körper und Ihre Stimmung haben.

Hier die häufigsten Nebenwirkungen bei der Verwendung von Cannabis:

Trockener Mund & Augen

Trockener_Mund_mit_Cannabis
Foto: Pixabay

Die meisten Menschen, die Cannabis verwenden, kennen die Nebenwirkung als “Cottonmouth” oder „Papp-Mund“, was bedeutet, dass die Benutzer ein unangenehmes Gefühl aus Mangel an Speichelproduktion erleben. Die Ursache hierfür sind eine Abnahme der Speichelproduktion und des Tränenflusses was zu einem trockenen Mund bzw. Augen führt.

Eine Umfrage in der Zeitschrift „Addiction Research & Theory“ aus dem Jahr 2003 stellte fest, dass 79% der Cannabis Benutzer nach dem Konsum von Cannabis einen trockenen Mund haben.[1]

Diesem Phänomen kann durch essen oder dem Kauen von Kaugummi entgegengewirkt werden da dann die Speicheldrüsen stimuliert werden.

Schwindel & Abnahme des Blutdrucks

Schwindel_mit_Cannabis
Foto: Pixabay

Viele Benutzer berichten nach dem Konsum von Cannabis über Schwindel, besonders wenn sie aufstehen.

In einer Studie von 1992 berichteten 60% der Teilnehmer nach dem Rauchen eines hochwirksamen Cannabis-Joints von einem moderaten bis schweren Schwindelzustand beim Stehen.[2] Die Teilnehmer die schwere Schwindel erlebt haben, zeigten auch eine Abnahme des Blutdrucks, was eine plausible Erklärung für diesen Effekt liefert.

Allerdings zeigen Studien auch, dass Menschen mit häufigen Konsum eine Toleranz für viele der kurzfristigen Effekte von Cannabis entwickeln können, einschließlich der Gefühle von Schwindel.[3]

 Einfluss auf das Gedächtnis

Gedaechtnisverlust_durch_Cannabis
Foto: Pixabay

Viele Studien haben festgestellt, dass sich Cannabis-Konsum vor allem bei Jugendlichen auf das Kurzzeitgedächtnis auswirkt. Andere Studien deuten sogar darauf hin, dass Cannabinoide alle Stufen der Erinnerung beeinträchtigen.

Dabei soll Cannabis jedoch vor allem bei Erwachsenen keine gravierenden Schäden verursachen. Eine Studie von 2011 fand heraus, dass Gedächtnisbeeinträchtigungen bei jugendlichen Cannabiskonsumenten stärker sind und sogar einen nachhaltigen Einfluss auf das Gehirn haben können.[5] Es wird auch nicht ausgeschlossen, dass Cannabis die geistige, psychische und emotionale Entwicklung von Jugendlichen negativ beeinflussen kann.

Allerdings treten diese Erscheinungen besonders bei hohen Konzentrationen auf was die Verwendung von medizinisches Cannabisprodukten auch bei schweren Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen rechtfertigt. Dabei sollten Dosierungen verwendet werden die keine psychischen Wirkungen verursachen.

Allerdings zeigen Studien auch, dass Benutzer mit häufigen Konsum oft eine Toleranz gegen einen Einfluss auf das Gedächtnis entwickeln.[6]

Motivationsverlust

Motivationsverlust_mit_Cannabis
Foto: Pixabay

Manche Menschen, die gegen den Einsatz von Cannabis sind, weisen auf das Stereotyp hin, dass Cannabis Konsumenten bei der Arbeit und in der Schule unmotiviert werden.[7] Während dieses Klischee übertrieben ist, gibt es auch Argumente für diesen Glauben.

In einer Umfrage von 2003 berichteten 53% der Marihuana-Nutzer über einen Verlust an Motivation.[8]

Der Verlust der Motivation könnte damit erklärt werden, wie Cannabis das Gehirn beeinflusst. Einige Studien deuten darauf hin, dass langfristige Cannabiskonsumenten niedrigere Dopaminwerte aufweisen – eine Chemikalie im Gehirn, die direkt für die Motivation verantwortlich ist.

Depressionen

Depressionen_durch_Cannabis
Foto: Pixabay

Obwohl sich Cannabis als wirksames Medikament gegen Depression bewährt hat, kann sich in seltenen Fällen auch eine Depression entwickeln.

Laut Werynski kann Cannabis vor allem bei jungen Menschen Depressionen verursachen. Ebenso kommt eine aus dem Jahr 2002 veröffentlichte Studie zu dem Schluss, dass häufiger Cannabis Konsum für Teenager-Mädchen Depressionen in späteren Jahren verursachen kann.[9] 

Dennoch ist es wichtig zu beachten, dass es verschiedene Arten von Depressionen gibt und, dass Cannabis jeden Typ anders beeinflussen kann.

Erhöhter Appetit

Gesteigerter_Appetit_mit_Cannabis
Foto: Pixabay

Eine der bekanntesten Nebenwirkungen von Cannabis sind die „Munchies” oder der „Fress-Flash“. Kurz nach dem Rauchen erleben viele Benutzer einen plötzlichen Appetitanstieg, der sie oft dazu bringt ihren Kühlschrank zu überfallen.

Obwohl Wissenschaftler immer noch unsicher über den genauen Mechanismus hinter diesem Effekt sind, schlug eine Studie von 2015 vor, dass Cannabis bestimmte Areale im Gehirn im Zusammenhang mit dem Hunger aktivieren könnte.[4]

Während diese Nebenwirkung von einigen als negativ empfunden wird, ist sie ein Segen für Krebs-Patienten um Appetitverlust während der Chemotherapie zu behandeln.

In der Tat ist eine Pille mit THC (Marinol) in einer Reihe von Ländern für Patienten mit Krebs zugelassen.

Paranoia & Angstgefühle

Paranoia_mit_Cannabis
Foto: Pixabay

Eine weitere geistige Nebenwirkung ist die Paranoia die Benutzer oft erleben nachdem sie Cannabis konsumieren.

“Es gibt absolut dokumentierte Beweise, dass THC bei Menschen Angstgefühle auslösen oder verstärken kann”, sagt Werynski.

Eine Studie von 2015 stellte fest, dass THC Paranoia bei Personen erhöhte, die zuvor das Symptom erlebt hatten.[10] Aber die Studie zeigte auch, dass Paranoia kein direktes Ergebnis von THC war. Stattdessen schien Paranoia ein „Nebenprodukt“ anderer Effekte von Cannabis sein; wie z.B. einer Depressionen oder dem Gefühl, eine ungewöhnliche Erfahrung zu machen.

Eine Studie, die in den späten 80er Jahren veröffentlicht wurde, fand heraus, dass Patienten mit Panikangst diese wahrscheinlich mit Cannabis verstärkt erfahren würden.[11]

Jedoch stellt Werynski auch fest, dass CBD (Cannabidiol) Angstgefühle und Paranoia lindern kann.[12]

Abhängigkeit & Entzugserscheinungen

Abhaengigkeit_von_cannabis
Foto: Pixabay

Wie bei den meisten Drogen, gibt es auch bei Cannabis ein Risiko abhängig zu werden.

Wenn eine Person einen regelmäßigen Cannabis Konsum einstellt, müssen sich die Cannabinoidrezeptoren auf normale Werte zurücksetzen, was zu psychischen und physikalischen Symptomen führt.

Eine Studie aus dem Jahr 2010 ergab, dass 42% der Benutzer die Ihren Konsum einstellten danach einige Tage oder Wochen Erscheinungen wie Reizbarkeit, Schlafschwierigkeiten und verminderten Appetit verspürten.[13]

Obwohl manche Leute nicht glauben, dass Cannabis süchtig macht, sind sich Forscher hier inzwischen einig das dies falsch ist.

“Cannabis ist eine psychoaktive Droge, die die gleichen Belohnungs-Regionen im Gehirn wie andere Drogen, wie Alkohol, Tabak, Kokain, etc. aktiviert”, erklärt Dr. David Gorelick, ein Professor für Psychiatrie an der University of Maryland School of Medicine.

Lungenprobleme

Lungenprobleme_mit_Cannabis
Foto: Pixabay

Wie auch Zigaretten hat das Rauchen von Cannabis schädliche Auswirkungen auf die Atemwege.

“Alles, was verbrennt schafft Atemreizstoffe”, sagt Dr. Mitch Earleywine, Professor und Forscher an der Staatlichen Universität von New York bei Albany.

Studien zeigen, dass Menschen, die Cannabis rauchen, unter Atemwegserkrankungen wie Bronchitis, Husten und Keuchen leiden können.[13]

“Wir raten den Menschen inzwischen davon ab Cannabis zu rauchen”, sagt Werynski, der stattdessen den Einsatz eines Verdampers/Vaporizers empfiehlt.

Wechselwirkungen zwischen Cannabis bzw. THC und anderen Medikamenten

Cannabisprodukte können im allgemeinen gut mit den meisten anderen Medikamenten kombiniert werden. Dort wo Wechselwirkungen auftreten geschieht dies häufig da die angewendeten Substanzen die gleichen Angriffspunkte im Körper aufweisen oder einen ähnlichen Wirkmechanismus besitzen. So können Cannabis und THC die Wirkung von anderen Medikamenten sowohl verstärken als auch vermindern.

Von klinischer Bedeutung ist vor allem die Verstärkung des beruhigenden Effektes anderer psychotroper Substanzen (Alkohol, Benzodiazepine) und die Wechselwirkung mit Substanzen, die auf das Herz wirken (Amphetamine, Adrenalin, Atropin, Betablocker, Diuretika, trizyklische Antidepressiva, etc.).

Eine Anzahl von verstärkenden Effekten kann erwünscht sein, wie die Steigerung des schmerzlindernden Effektes von Opiaten und des antiemetischen Effektes von Phenothiazinen, bei der Muskelentspannung, Krampflösung, Bronchienerweiterung und bei der Senkung eines erhöhten Augeninnendrucks.

Antidepressiva:

Viele Patienten, die an psychischen und psychiatrischen Problemen leiden, verwenden Antidepressiva oder andere Medikamente, die die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin hemmen. Diese Medikamente zeigen eine deutlich verstärkte Wirkung von Schläfrigkeit und Sedierung, wenn sie mit den Wirkstoffen der Cannabispflanze kombiniert werden.

Anticholinergika:

Atropin und Scopolamin können die herzfrequenzsteigernden THC-Effekte verstärken.

Neuroleptika:

THC kann möglicherweise die antipsychotische Wirkung der Neuroleptika hemmen. Es kann ihre therapeutische Wirksamkeit bei motorischen Störungen verbessern.

Opiate:

Verstärkung von Sedierung und Schmerzlinderung.

Alkohol:

Da Alkohol potenziell gefährliche dämpfende Wirkungen auf unser zentrales Nervensystem hat, sollte er mit Vorsicht genossen werden, wenn er in Kombination mit Cannabis konsumiert wird. Auch bei moderaten Mengen werden diese Effekte verstärkt und können schnell zu Übelkeit und Schwindel führen.

Diabetes und Blutzuckerspiegel:

Die Wirkung der Senkung des Blutzuckers wird durch Cannabis kontrastiert, also ist es obligatorisch den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren, wenn Cannabis zusammen mit dieser Art von Medikamenten eingenommen wird.

Phenothiazine:

Prochlorperazin und andere Phenothiazine vermindern die psychotropen Effekte von THC und verstärken den brechreizhemmenden Effekt.

Theophyllin:

Der Stoffwechsel von Theophyllin wird durch THC beschleunigt. Daher sind möglicherweise höhere Dosen von Theophyllin erforderlich.

Studien & Literatur

Studien zu Cannabis und Epilepsie:

Russo-Agonistic-Properties-of-Cannabidiol-at-5-HT1a-Receptors
Agonistic Properties of Cannabidiol at 5-HT1a Receptors.
Russo, E., Burnett, A., Hall, B., & Parker, K., 2005.
Jones-Cannabidiol-exerts-anti-convulsant-effects-in-animal-models-of-temporal-lobe-and-partial-seizures
Cannabidiol exerts anti-convulsant effects in animal models of temporal lobe and partial seizures.
Jones, N. A., Glyn, S. E., Akiyama et al., 2012.
Gloss-Cannabinoids-for-epilepsy
Cannabinoids for Epilepsy.
Gloss, D. and Vickrey, B., 2014.
Maa-The-case-for-medical-marijuana-in-epilepsy
The case for medical marijuana in epilepsy.
Maa, E. and Figi, P., 2014.
Devinsky-Cannabidiol-pharmacology-and-potential-therapeutic-role-in-epilepsy-and-other-neuropsychiatric-disorders
Cannabidiol: pharmacology and potential therapeutic role in epilepsy and other neuropsychiatric disorders.
Devinsky, O., Cilio, M.R., Cross, et al., 2014.
McPartland-Are-cannabidiol-and-Δ9-tetrahydrocannabivarin-negative-modulators-of-the-endocannabinoid-system
Are cannabidiol and Δ9-tetrahydrocannabivarin negative modulators of the endocannabinoid system? A systematic review.
McPartland, J. M., Duncan, M., Di Marzo, V., & Pertwee, R. G., 2015.

Sonstige Dokumente:

Russo-Agonistic-Properties-of-Cannabidiol-at-5-HT1a-Receptors
Agonistic Properties of Cannabidiol at 5-HT1a Receptors.
Russo, E., Burnett, A., Hall, B., & Parker, K., 2005.
Jones-Cannabidiol-exerts-anti-convulsant-effects-in-animal-models-of-temporal-lobe-and-partial-seizures
Cannabidiol exerts anti-convulsant effects in animal models of temporal lobe and partial seizures.
Jones, N. A., Glyn, S. E., Akiyama et al., 2012.
McPartland-Are-cannabidiol-and-Δ9-tetrahydrocannabivarin-negative-modulators-of-the-endocannabinoid-system
Are cannabidiol and Δ9-tetrahydrocannabivarin negative modulators of the endocannabinoid system? A systematic review.
McPartland, J. M., Duncan, M., Di Marzo, V., & Pertwee, R. G., 2015.