Die Cannabis Pflanze

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Weibliches und männliches Cannabis

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Männliche Cannabisblüte, lose in Rispen angeordnet. Foto: Wikimedia
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Weibliche Cannabisblüte, dicht, in Trauben angeordnet. Foto: epicstockmedia
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Getrocknete und getrimmte Cannabisblüten. Foto: 123rf.com

Cannabis-Pflanzen können männlich, weiblich oder beides (Hermaphrodit) sein. In Bezug auf Cannabis, das für den medizinischen Konsum bestimmt ist, enthalten weibliche Pflanzen die gewünschten Cannabinoid Mengen. Diese und noch viele weitere Wirkstoffe befinden sich vor allem in den großen harzigen Blüten, die zu runden Knospen geschnitten werden. Männliche Pflanzen produzieren kleinere kugelförmige Rispen in der Nähe der Basis der Blätter, welche keine oder nur sehr wenig Harz enthalten.

Die seltenen hermaphroditischen Pflanzen enthalten sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsorgane, die es der Pflanze erlauben, sich während der Blüte selbst zu bestäuben.

Was bedeutet Indica, Sativa & Hybrid?

Es gibt viele verschiedene Sorten von Cannabis, und jede Sorte kann eigene Wirkungen und therapeutische Anwendungsgebiete haben. Alle Sorten unterteilen sich aber in zwei, bzw. drei, Arten: Indica, Sativa und Hybrid, eine Kreuzung beider.

Die Art der Beschwerde, die behandelt wird, kann beeinflussen, ob eine Indica- oder eine Sativa-Sorte geeigneter ist. Die Beurteilung der Art der Symptome, die Sie zu lindern versuchen, ist in der Regel der beste Ausgangspunkt für die Auswahl der am besten geeigneten Sorte für Ihren individuellen Zustand.

Allerdings: Im Illegalen Verkauf sind reine Sorten selten! Wer einen medizinischen Nutzen erwartet, sollte nach einer professionellen Verkaufsstelle suchen.

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Cannabis Sativa: Großer Stamm, mit luftigem Blattwerk und schmalen Blättern.

Sativa

Die meisten erleben die Wirkung von Sativa als kreativ, stimulierend und fröhlich. Im allgemeinen als „high“ beschrieben. Im Gegensatz zu Cannabis Indica wird Cannabis Sativa eher mit dem Tageskonsum assoziiert, da es nicht schläfrig macht, weniger „überwältigt“ und sogar aufmerksamkeitsfördernd und fokussierend sein kann. Sativa fördert die soziale Kompetenz und ein generelles Gefühl von Entspanntheit und „Angekommen sein“. Es kann Depressionen abmildern und Antriebsstörungen durch allgemeine Stimulation ausgleichen. Die berüchtigten Heißhunger-Attacken, die auf den Sativa Genuss folgen können, haben einen sehr positiven Nebeneffekt für Chemotherapien, HIV/AIDS- Behandlungen oder anderen Übelkeit und Appetitlosigkeit verursachenden Behandlungen.

Wie auch Cannabis Indica reduziert Cannabis Sativa Schmerz, entspannt die Muskeln und reduziert die Auswirkungen von Krämpfen. Sativa ist außerdem als entzündungshemmend bekannt, vermindert Angst- und Stresssymptomatik und lässt auch chronische Kopfschmerzen und Migräne leichter ertragen. Cannabinoide, und speziell Sativa aufgrund deren hohen Vorkommens in dieser Sorte, verringern effektiv den Augeninnedruck und sind zur Glaukombehandlung geeignet – einer der weltweit häufigsten Ursachen für Erblindung. Generell hat reines Sativa eine neuroprotektive Wirkung. Oft wird es auch als schleim- und hustenlösend beschrieben.

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Cannabis Indica: Kompakt und stämmig, mit dichten, breiten Blättern.

Indica

Die Wirkung wird hauptsächlich physisch und nachgelagert mental wahrgenommen: Indica wirkt ausgleichend, beruhigend, und da die Muskelspannung reduziert wird, entspannend. In höheren Dosen kann Indica auch schläfrig machen. Indica wird auch verwendet um Entzündungen, Glaukom, Arthritis, chronische Schmerzen, Krämpfe, Muskelzuckungen und Muskelverspannungen zu lindern. Das allseits bekannte, schwere Gefühl des „Stoned“-seins ist auf den Indica-Konsum zurückzuführen. Nebenwirkungen, die von einigen Benutzern berichtet werden, beinhalten Lethargie und Schwierigkeiten bei der Konzentration. Obwohl gleichzeitig oft eine generelle Steigerung von Kreativität wahrgenommen wird.

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Durch die Kreuzung von Indica & Sativa, können Hybride sowohl klein und dicht, als auch groß und luftig werden.

Hybrid

Viele professionell gezüchtete Cannabis-Sorten enthalten sowohl Indica- als auch Sativa-Gene. Diese Hybrid-Sorten zeigen Merkmale von beiden Genen, und sollen es Patienten ermöglichen, von einer Kombination von medizinischen Verwendungen und Effekten zu profitieren.

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Cannabis Ruderlis: Nicht höher als 1m, die Laubblätter meist in weniger als sieben Blättchen geteilt.

Ruderalis

Der Cannabis Ruderalis ist eine Wilde Sorte, die ursprünglich jenseits des Urals beheimatet ist. Er wird nicht größer als 2 Meter und im Vergleich zu anderen Arten sind die Blätter der Ruderalis-Pflanzen kleiner und nicht so zahlreich. Manche betrachten den Cannabis Ruderalis als die Urform des Hanfes, auch wenn sie sehr viel weniger psychoaktive Substanzen enthält als Cannabis Sativa und Cannabis Indica – und deshalb auch seinen Reiz für die medizinische Verwendung verliert. Ruderalis wird hauptsächlich zur Kreuzung mit einer der beiden anderen Arten verwandt. Die entstehenden Hybriden sind robuster und immuner gegen Befall.

Was sind Cannabinoide?

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Cannabinoide sind Inhaltsstoffe die hauptsächlich in der Hanfpflanze gefunden werden. Durch ihre sehr ähnliche pharmakologische Struktur zu den körpereigenen Endocannabinoiden, “Endo” für endogene, im Körper befindlich, findet Cannabis schon seit Jahrhunderten medizinische Verwendung. Cannabis produziert weit über 60 verschiedene Cannabinoide, für den medizinischen Gebrauch eignen sich aber besonders THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol).

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Δ-9-tetrahydrocannibinol (THC)

THC ist das am meisten vorkommende Cannabinoid in Cannabis und für die psychoaktive Wirkung verantwortlich. Es stimuliert Teile des Gehirns, was die Freisetzung von Dopamin verursacht und so ein Gefühl der Euphorie und des Wohlbefindens bewirkt. THC hat auch eine analgetische Wirkung, es lindert die Symptome von Schmerzen und Entzündungen.

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Δ-9-tetrahydrocannibinol acid (THCA)

THCA ist eine Säure Form von THC. Es ist ein Rohzustand, in dem THC in frischen Cannabis Pflanzen gefunden werden kann. Erst wenn Cannabis erhitzt wird, wird das THCA in THC umgewandelt. Vom THCA in dieser rohen Form, wird angenommen, daß es keine aktive Verbindung ist.

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Cannabidiol (CBD)

CBD ist tendenziell das zweithäufigste Cannabinoid in Cannabis und Es hat gravierende Auswirkungen auf dem medizinischen Gebiet und ist die begehrteste Verbindung medizinischer Nutzer. Es ist eine nicht-psychoaktive Komponente, die vermutlich die Wirkungen von THC reduziert und reguliert. Dies bedeutet, daß Sorten mit viel CBD neben dem THC einen Rausch auslösen, bei dem der Kopf viel klarer bleibt, als z.B. bei den Haze Sorten, die sehr wenig CBD enthalten. CBD selbst hat eine lange Liste medizinischer Eigenschaften. Zu den wichtigsten Dingen gehören hierbei die Linderung chronischer Schmerzen, Entzündungen, Migräne, Arthritis, Krämpfe und Epilepsie und Schizophrenie. CBD hat auch Eigenschaften gezeigt, die gegen Krebs wirken und mit jeder weiteren Erforschung werden ständig neue Nutzen gefunden.

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Cannabidiol acid (CBDA)

Ähnlich wie THCA, ist CBDA die Säure Form von CBD. Es wird derzeit angenommen, daß es eine antiemetische Wirkung hat (gegen Übelkeit wirkt), sowie daß es dazu beiträgt, Brustkrebs zu bekämpfen. Jedoch ist noch mehr Forschung über seine medizinischen Nutzen von Nöten.

Cannabichromene(CBC)

Cannabichromene (CBC)

Obwohl nicht viel medizinische Forschung an diesem Cannabinoid durchgeführt wurde, wird von Cannabichromen oder abgekürzt CBC angenommen, daß es entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkungen hat. Kürzlich durchgeführte Forschungen lassen vermuten, daß es potentiell eine Rolle bei der Zellerneuerung im Gehirn spielt.

Cannabigerol(CBG)

Cannabigerol (CBG)

CBG, auch als Cannabigerol bekannt, ist ein Wirkstoff in Cannabis, der vor allem für seine antibakterielle Wirkung bekannt ist. Allerdings wurde bei jüngsten Forschungen festgestellt, daß es in den meisten Cannabis Sorten zwar traditionell nicht sehr häufig vorkommt, aber daß es wahrscheinlich die “Vorlage” oder “Stammzelle” für sowohl THC, als auch CBD ist. Dies bedeutet, daß THC und CBD aus dem CBG hervorgehen. Von CBG wurde auch festgestellt, daß es die Aufnahme von GABA hemmt, was ein Gefühl der Entspannung bewirkt, das normalerweise mit CBD verbunden ist. Diese Erkenntnisse haben zu neuen Forschungen an diesem Cannabinoid angespornt, bei denen herauskommen könnte, daß es auch größere Auswirkungen haben könnte.

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Tetrahydrocannabivarin (THCV)

Von Tetrahydrocannabivarin oder abgekürzt THCV, wird angenommen, dass es ein Cannabinoid ist, das die Intensität der psychoaktiven Wirkung von THC abmildert. Aktuelle Forschung, die an THCV durchgeführt wird, läßt vermuten, daß es verwendet werden kann, um metabolische Störungen zu behandeln und als Appetitzügler fungiert.

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Cannabinol (CBN)

Cannabinol oder abgekürzt CBN, ist ein Analgetikum, das durch den Abbau von THC durch Oxidation ensteht. Es ist leicht psychoaktiv und ist in frischen Cannabis Pflanzen nur in geringen Mengen zu finden. Sein Vorkommen kann auf ein Minimum reduziert werden, indem man geerntetes Cannabis an einem dunklen, trockenen Ort lagert. Tendenziell wird die Wirkung von THC der von CBN vorgezogen, denn CBN ist nicht so wirksam wie THC und kann Abgeschlagenheit verursachen, wenn es in hohen Konzentrationen vorkommt. Von ihm ist auch bekannt, daß es Angst mindert und den Augeninnendruck reduziert.

Terpene & Terpenoide

Cannabis produziert Inhaltsstoffe die als Terpene bekannt sind. Terpene sind in der Regel in niedrigeren Mengen als THC und CBD vorhanden. Im Gegensatz zu Cannabinoiden können Terpene in vielen Pflanzen gefunden werden. Sie sind verantwortlich für die einzigartigen Gerüche von Pflanzen, können aber auch verschiedene Wirkungen auf den Körper haben. Es ist nicht viel über die Wirkung von Terpenen in Cannabis erforscht aber manche glauben, dass Terpene mit Cannabinoiden interagieren und Cannabis deshalb besonders wirksam machen.

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U.a. in Kiefernadeln und Rosmarin.

A-Pinene

Entzündungshemmend[1]
Bronchodilatator[2]
Anti-Krebs-Eigenschaften[3]
Antibakteriell[4]

Linalool
U.a. in Birke, Minze und Zimt.

Linalool

Krampflösend[1]
Entzündungshemmend[2][3]
Beruhigend[4]
Hilft bei Beklemmungen und Schlafstörungen[5]

Caryophyllene Terpen Cannabis
U.a. in schwarzem Pfeffer und Melisse.

Beta Caryophyllene

Hilf gegen Alkoholismus[1]
Entzündungshemmend[2]
Schmerzlindernd[3]
Hilft bei Beklemmungen und Depressionen[4]

Limonene, Cannabis
U.a. in Zitrusfrüchten und Pfefferminze.

Limonene

Anti-Krebs-Eigenschaften[1]
Tumor-Reduzierende-Eigenschaften[2][3]
Antibakteriell[4]

Myrcene Terpen, Cannabis
U.a. in Mangos, Basilikum, Hopfen und Zitronengras.

Myrcene

Antidiabetikum[1]
Schmerzlindernd[2]
Schlaffördernd[3]
Muskelrelaxans[4]